Führungskräfte haben häufig einen Überschuss an fachlicher Kompetenz und ein Defizit an psychologischen Fähigkeiten. Deshalb ziehen sie sich auch gern auf das Fachliche zurück und meinen, ihre Mitarbeiter müssten schließlich in der Lage sein, sich weitestgehend selbst zu führen. Diese Mitarbeiter vermissen aber seltener Ihre fachlichen Hinweise als vielmehr Ihre emotionale Führung, die ihnen die Richtung zeigt und ihnen den Rücken stärkt.

Leider wird auch psychologische Führung viel zu oft als fachlicher Inhalt vermittelt, anstatt sie in der erlebbaren Situation intuitiv zu trainieren. Das fängt mit der Körpersprache an, geht über die Stimme bis zur nachvollziehbaren Darstellung der eigenen Absichten. Alles Geheimnisse erfolgreicher Tierführung. Denn Tier und Mensch sind sich gleich in der Ablehnung sinnloser Ziele oder falsch gesetzter Grenzen und reagieren beide hoch emotional auf übertriebene oder gar verletzende Ziel- oder Grenzsetzungen.

Ertappen Sie sich dabei, wie Sie Ihren Geschäftspartner oder Ihre Frau den Esel führen lassen mit dem korrekten, aber überaus willkommenen Argument, dass er oder sie ja als Jugendliche viel geritten seien. Ertappen Sie sich, wie Sie mitten auf dem Weg aufgeben wollen oder kurz davor sind, die Notfall-Hotline anzurufen, anstatt Ihr Verhalten mit dem Esel zu überdenken.

Auch im Umgang mit Menschen dominieren uns Abwägungen von Macht und Gefahr und selbst wenn Sie sich bisher für jemanden hielten, der auch die „Drecksarbeit“ nicht scheut, so werden Sie das Auskratzen der Hufe eines 200-kg-Riesen möglicherweise vermeiden wollen.

Erlenen sie den richtigen Umgang mit diesen und vielen anderen Mitteln der Führung, des Miteinanders und der gemeinsamen Zielerreichung. Erleben Sie die eigenen Führungspotenziale in der richtungsweisenden Situation als erfolgreich und wirksam. Das ist beim Führen eines Esels beglückend. Und es kann sich im menschlichen Miteinander bereichernd auswirken und bleibt für Sie intuitiv abrufbar. Und Sie damit für Ihre Mitarbeiter jederzeit authentisch.